Das Wehnachtsgeschäft des Einzelhandels kommt in diesem Jahr nur schleppend in Gang. Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes wären die September- Umsätze mit Sicht auf das ganze Jahr und preisbereinigt zwar gestiegen. Aber im Monatsvergleich sind die Umsätze erheblich rückläufig. Dass die Einzelhändler da Umsatzdefizite in der Kasse befürtchten, ist verständlich. Auch in nächster Zeit wird keine wesentliche Besserung der Situation von Volkswirten erwartet. So ließ eine große deutsche Bank verlauten, “dass die Aussichten für den deutschen Konsum trübe blieben”. Für den privaten Konsumenten scheint es momentan keinen Anreiz zu mehr Kaufverhalten zu geben und die Konjunkur anzuschieben. Eine spürbare Erleichterung ist in allernächster Zukunft (die kommenden Monate) wohl auch nicht zu erwarten. Dem Arbeitsmarkt ist diese Situation sicher nicht dienlich, die Lohn- und Gehaltsentwicklung dürfte somit bestenfalls eine langsame Steigerung erfahren. Gesunkene Energiepreise könnten vielleicht noch vor einem “Absturz” (sprich einem Schritt rückwärts) entgegenwirken. All diese finanziellen Änderungen lassen sich natürlich auch in der Datenbank der Kassensysteme von Filialisten wie Supermärkten statistisch festhalten. Im Bereich Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren war der Umsatz im September verglichen mit dem Vorjahresmonat nach Preisbereinigung deutlich niedriger. Ebenso war es in den Bereichen Supermärkte, Warenhäuser und im Lebensmittel - Facheinzelhandel. Und das, obwohl in diesem Monat ein Verkaufstag mehr zur Verfügung stand, als im Vorjahresmonat. Im Jahr 2009 ist nach derzeitigen Entwicklungen nicht mit einem merklichen Aufschwung zu rechnen. Auch nicht durch inzwischen sinkende Energiepreise und geplanter Konjunkurmaßnahmen der Bundesregierung. Das wird sich auch in den Umsätzen des Facheinzelhandels niederschlagen. Ob große Unternehmen mit Kassensystemen oder kleinen Betrieben mit Registrierkassen, die Umsätze können bedrohlich einbrechen. Deutsche Hightech- Firmen haben es wegen der Finanzkrise ebenfalls schwer, sich zu behaupten. Einerseits bekommen sie erschwert Geld von den Banken zur Verfügung gestellt. Andererseits sind auch die Kunden zurückhaltender, was natürlich den Umsatz zurück gehen lässt. Die IT- Branche hingegen ist von der Finanzkrise nicht so sehr betroffen. Die meisten Firmen gaben an, direkte Auswirkungen kaum zu spüren. Negative Folgen werden nicht oder nur minimal befürchtet, obwohl einige aus der IT- Branche meinen, durchaus damit rechnen zu müssen. Auch personell wollen die meisten Unternehmen wie bisher fortfahren. Nur die wenigsten denken darüber nach, Neueinstellungen hinauszuzögern. Auch auf Regierungsebene macht sich die Finanzkrise bemerkbar. Steuereinnahmen werden erheblich niedriger ausfallen als vorab berechnet und erwartet. In 2009 wird damit gerechnet, dass die Steuereinnahmen gegenüber der bisherigen Prognose um 2,2 Milliarden Euro niedriger sein wird. Nachdem nun heute mit den Präsidentschaftswahlen in den USA eine neue Ära zu beginnen scheint, hat Barack Obama mit der Finanzkrise ein durchaus nicht leichtes Päckchen zu schultern. Und dies ist nur ein Teil der großen (wirtschafts-) politischen Aufgaben, die auf Ihn zukommen. Eine schwere Amtszeit hat Mr. Obama vor sich. Die politischen Aufgaben können vielfältiger nicht sein. Im Bereich der Finanzen hat er von seinem Vorgänger George W. Bush eine riesige Hinterlassenschaft in Form von Staatsschulden und Haushaltsdefizit zu bewältigen. Auch die Arbeitslosigkeit ist auf einem hohen Level, was dem Konsumverhalten der Menschen und damit der US-Konjunktur sicher nicht zugute kommt. Der anhängende Rattenschwanz lautet: Ist die US- Wirtschaft nicht fit, geht es im Rest der Welt auch nicht wirklich gut vorwärts. Im Prinzip hat die Weltwirtschaft noch keinen Kollaps zu befürchten, aber einen Stillstand. Auf Obamas Schultern lastet nun also nicht nur der politische Wechsel in den USA, sondern auch zusätzlich noch die weltweite Hoffnung darauf, “die Kurve zu kriegen” und die Finanzkrise zu überwinden.
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